Mit E-Zigaretten zum Nichtraucher werden

Mit E-Zigaretten zum Nichtraucher werden

In Deutschland sind 28 Prozent der deutschen Bevölkerung noch immer Raucher. Im Vergleich dazu: In Schweden liegt die Zahl bei nur sieben, in England bei 17 Prozent. In diesen beiden Ländern erhalten die Nikotinabhängigen deutlich bessere Unterstützung bei der Entwöhnung als bei uns. Die deutschen Krankenkassen finanzieren weder Medikamente noch eine Nikotinersatztherapie. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, ist somit ganz allein auf sich gestellt. Ein immer beliebter werdendes Hilfsmittel auf dem Weg zum Nichtraucher ist die E-Zigarette.

Knapp die Hälfte der deutschen Raucher möchte aufhören

Das A und O für die Raucherentwöhnung ist der eigene Wille. Das alleinige Drängen des Partners oder eines anderen Nahestehenden reicht nicht aus. Vielmehr fühlt sich der Raucher unter Druck gesetzt, mit dem Resultat, entweder heimlich die Zigaretten zu genießen oder den Konsum sogar zu steigern. Es gibt viele Deutsche, die sich gerne vom Glimmstängel verabschieden möchten. Gemäß einer Umfrage im Auftrag der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) handelt es sich um 44 Prozent der Raucher. Dem entgegen stehen allerdings 56 Prozent, die auf den Zigarettengenuss nicht verzichten wollen. Sie schauen sich aber immer häufiger nach günstigeren Alternativen um. So steigen die Umsätze in der Tabakindustrie im Bereich von losem Tabak für selbstgedrehte Zigaretten. Zahlreiche Raucher stellen nach und nach vom Hand drehen auf vollautomatische Maschinen um. Die Vorteile von elektrischen Stopfmaschinen machen sie zu einem beliebten Hilfsmittel. Dazu gehören:

  • leichte Anfertigung erstklassiger Zigaretten, die sich kaum von industriell gefertigten Rauchwaren unterscheiden
  • komfortable und schnelle Handhabung
  • weniger Tabakausschuss
  • große Auswahl an Modellen, sowohl für Einsteiger als auch fortgeschrittene Anwender

E-Zigaretten vs. Nikotinersatzpräparate

Experten sind sich uneinig, ob E-Zigaretten tatsächlich bei der Raucherentwöhnung helfen können. Das Ergebnis einer Studie des britischen National Institute for Health Research und der Stiftung Cancer Research UK brachte Klarheit: Doppelt so viele Teilnehmer, langjährige Raucher, schafften es durch den Einsatz der E-Zigarette auf herkömmliche Tabakprodukte zu verzichten als die Probanden, die Nikotinersatzpräparate erhielten. An der Studie nahmen 886 Raucher mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren teil. Sie rauchten durchschnittlich 15 herkömmliche Zigaretten täglich. Die eine Gruppe erhielt ein Starterpaket mit E-Zigaretten und ein Liquid mit 18 Milligramm Nikotin gestellt. Wer Liquids mit einem anderen Geschmack bevorzugte, musste diese selbst finanzieren. Die andere Hälfte wurde mit konventionellen Nikotinersatzpräparaten (NET) versorgt. Je nach eigenem Wunsch erhielten sie gratis für drei Monate Kaugummi, Nikotinpflaster, Lutschtabletten, Nasenspray, Inhalator, Mundstreifen oder Mikrotabs. Alle Studienteilnehmer hatten die Möglichkeit, einmal wöchentlich an einer Therapiesitzung teilzunehmen. Nach einem Ablauf von einem Jahr lagen folgende Studienergebnisse vor:

  • 18 Prozent der auf E-Zigaretten umgestiegenen Raucher war tabakabstintent
  • nur 9,9 Prozent der Menschen, die NET nutzen, waren gleichfalls erfolgreich

Studienbeurteilung von Prof. Dr. Daniel Kotz

Professor Dr. Daniel Kotz, Leiter des Schwerpunkts Suchtforschung und klinische Epidemiologie am Institut für Allgemeinmedizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sagte zu vorbezeichneten Resultaten: „Diese aktuellen Ergebnisse bestätigen frühere Studien und zeigen die Effektivität der E-Zigarette, wenn es darum geht, mit dem Rauchen aufzuhören.“ Gleichzeitig hob er eine Besonderheit bei der Studienintervention hervor: „Beide Gruppen erhielten eine Verhaltenstherapie, die an sich schon einen Effekt hat. Die E-Zigarette war trotzdem überlegen.“ Der Suchtforscher sieht den Grund dafür wie folgt: „Der Vorteil gegenüber dem Nikotinersatz liegt in der hohen Adhärenz. Haptik, Geschmack, punktgenaue Dosierung und Anpassung an individuelle Vorlieben sind Eigenschaften, die die E-Zigarette für Raucher attraktiv machen.“

Weitere positive Aspekte der E-Zigarette

Warum die E-Variante außerdem gerne zur Raucherentwöhnung herangezogen wird, sind die verhältnismäßig geringen Kosten für das Dampfen. Darüber hinaus fällt es vielen Rauchern schwer, plötzlich mit leeren Händen dazustehen. Es ist die Macht der Gewohnheit, einen Glimmstängel zwischen Zeige- und Mittelfinger zu haben. Bei einigen Menschen führt das Fehlen der Zigarette tatsächlich zu Nervosität. Dabei geht es nicht darum, an ihr ziehen zu können, sondern einfach um das Gefühl, etwas in der Hand zu haben.

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